04. AprilBesuch im Herbarium Bernense
Botanische Zeitreise – Einblick in die verborgenen Schätze des Herbarium Bernense
Das Herbarium des Botanischen Gartens der Universität Bern (Herbarium Bernense) zieht um. Seit April 2022 wird die umfangreiche Sammlung Schritt für Schritt in die neuen Räumlichkeiten in der Länggassstrasse gebracht. Der neue Standort erlaubt es uns, die Sammlung aufzuarbeiten, sie zugänglich zu machen und langfristig erhalten zu können. Dazu werden die ca. 500’000 Herbarbelege sowie Objekte der Trockensammlung, der Fossiliensammlung und der Alkoholsammlung umstrukturiert, restauriert, inventarisiert und digitalisiert. Ein Jahr nach dem Start dieses umfangreichen Projektes öffnen wir unsere Türen exklusiv für die BBG und laden Sie herzlich zu einem Rundgang ein. Vor Ort können Sie sich ansehen wie weit das Projekt bereits fortgeschritten ist und welche Schätze bei der Aufarbeitung bereits ans Licht kamen.
Leitung: Katja Rembold & Rahel Vetsch
Treffpunkt: 17. Uhr am Haupteingang des Herbariums des Botanischen Gartens der Universität Bern, Länggassstrasse 31, 3012 Bern
Dauer: Führung 1.5 h
Weitere Infos auf der Homepage des Herbarium Bernense
06. MaiPulmonaria helvetica in Bressonnaz (VD)
Über die Beschreibung der Arten: Pulmonaria helvetica Bolliger – zurück zur Sammelstelle des Typus-Belegs
Eine neue Pflanzenart zu beschreiben, ist eine echte Forschungsarbeit. Es gilt, die Gültigkeit des Namens, seine evolutionäre Relevanz und vor allem die Genauigkeit der diagnostischen Merkmale zu gewährleisten, die es ermöglichen, die Arten voneinander zu unterscheiden. Das Herbariumsexemplar, das für die Beschreibung und Benennung einer Art verwendet wird, heisst Typus-Beleg und ist als Hauptreferenz sehr wichtig. Der Typus-Beleg einer seltenen endemischen Art der Schweiz, dem Schweizer Lungenkraut (Pulmonaria helvetica Bolliger), liegt im Herbarium des Botanischen Gartens der Universität Bern. Er wurde 1975 von Markus Bolliger im Kanton Waadt südlich von Moudon gesammelt. Fast 50 Jahre später kehren wir an den Ort dieser historischen Sammlung zurück, um nach dieser Art zu suchen und herauszufinden, wie sich die Population inzwischen entwickelt hat.
Leitung: Anne Morel
Treffpunkt: 10.20 Uhr, Bushaltestelle Bressonnaz, Village
10. JuniRobenhuserriet am Pfäffikersee (ZH)
Gemütliche Wanderung durch eines der grössten und interessantesten Feuchtgebiete des Schweizer Mittellands – dem Robenhuserriet
Das Robenhuserriet am Südufer des Pfäffikersees weist eine aussergewöhnliche Vielfalt an verschiedenen Moortypen auf, welche für eine sehr grosse Artenvielfalt der Flora und Fauna sorgen. So finden sich hier auf relativ engem Raum Hochstaudenfluren, Pfeifengraswiesen, Klein- und Grossseggenriede sowie Hoch- und Zwischenmoore. Der Pfäffikersee ist ein sog. Zungenbeckensee und entstand am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 15’000 Jahren. Geschaffen wurde er durch den Linthgletscher, welcher ein Becken im Molasseuntergrund ausschürfte und eine Endmoräne hinterliess, die den Wasserabfluss nach Norden verhinderte und den See dadurch aufstaute. Die Feuchtgebiete des Pfäffikersees gehören zu den Verlandungsmooren und entstanden durch Verlandungsprozesse des einst flächenmässig deutlich grösseren Sees. Da sich Ein- und Ausfluss beide am Südende befinden, wird dadurch die Verlandungsgeschwindigkeit des Sees erhöht.
Das Hauptaugenmerk der Exkursion wird auf den besonderen Pflanzen dieses Naturschutzgebiets liegen. Bemerkenswert sind die grossen Bestände von Carex buxbaumii, Cyperus flavescens, Eriophorum gracile und Liparis loeselii. Weitere Raritäten des Gebiets, die je nach Jahreszeit angetroffen werden können, sind Carex limosa, Dryopteris cristata, Veronica catenata, Taraxacum palustre aggr., Cardamine dentata, Rhynchospora fusca, Drosera intermedia, Laserpitium prutenicum, Thalictrum flavum, Lathyrus palustris, Calamagrostis canescens und viele weitere.
Unser Rundgang durch das Robenhuserriet startet und endet am Bahnhof Kempten (ZH). Mittag essen wir voraussichtlich in der Nähe des Campingplatzes Auslikon.
Leitung: Jonas Brännhage
Treffpunkt: 9.50 Uhr, Bahnhof Kempten (ZH)
Strecke: 7.5 km, ca 1 h 50 reine Wanderzeit
17. / 18. JuniDies Botanicae in den Waadtländer Alpen
Dies Botanicae in den Waadtländer Alpen
Die diesjährigen Dies Botanicae werden durch den Cercle vaudois de botanique organisiert. weitere Inforamtionen finden sich hier.
8. JuliMerishausen (SH)
Der Osten im Westen und der Süden im Norden – warum die Flora und Vegetation im Kanton Schaffhausen speziell ist
Im Kanton Schaffhausen finden wir eine Flora und Vegetation, die in ihrer Zusammensetzung einmalig ist: Hier treffen die Areale verschiedener Pflanzen-Verbreitungsgebiete aufeinander, was diesen Kanton floristisch so interessant macht. Neben Arten, die ihr Hauptverbreitungsgebiet vor allem im Osten Europas haben, wie etwa der Schwarzwerdende Geissklee (Cytisus nigricans), der Bayrische Bergflachs (Thesium bavarum) oder das Siebenblättrige Fingerkraut (Potentilla heptaphylla), finden wir Arten, die sonst vor allem im Mittelmeerraum anzutreffen sind, wie den Hirschheil (Seseli libanotis), den Blauen Lattich (Lactuca perennis) oder die Flaumeiche (Quercus pubescens). Von Merishausen aus erkunden wir gemeinsamen einen Ausschnitt dieser speziellen Flora und erfahren dabei, was die Voraussetzungen dafür sind, dass sich hier, im nördlichsten Kanton der Schweiz, eine südliche bzw. östliche Flora halten kann.
Leitung: Michèle Büttner
Treffpunkt: 09:50 Uhr, Merishausen, Gemeindehaus
5. AugustLa Brévine (NE)
Zu Besuch im Sibirien der Schweiz: Blitzinventar am Lac de Taillères im Tal von La Brévine – inkl. kleinem Einblick in die Wasserpflanzen- und Uferflora
Das Tal von La Brévine hat einen ganz besonderen Charme und wegen den Rekordtemperaturen, die hier gemessen werden, ist dieses Hochtal auch vielen SchweizerInnen ein Begriff. Hier hinzukommen der Bedarf einer etwas längeren Anfahrt, aber wenn man erst im «Sibirien der Schweiz» angekommen ist, möchte man am liebsten bleiben.
Auf Feldwegen machen wir uns von La Brévine aus auf die Pirsch Richtung Lac de Taillères und hoffen unterwegs schon ein paar Jura-Spezialitäten zu sehen. Für die prächtigen Trockenwiesenflora ist es nun allerdings zu spät – aber wir sind gespannt, was wir unterwegs alles sehen. Beim Lac de Taillères geht es dann um Ufer- und Wasserpflanzen und wir werden hier bestimmt ein paar spannende Arten sehen. Am Ostende des Sees gibt es ein Blitzquadrat, das bis März 2023 noch keine Fundmeldungen enthielt – Ziel ist es, hier möglichst viele Arten zu finden und diese sicher zu bestimmen.
Entlang vom See geht es dann gemütlich bis zur Busstation Bémont, sur le Pont wo wir leider schon um 15.42 Uhr das Postauto erwischen müssen, denn das ist die letzte Verbindung nach Bern.
So oder so wird es sicher ein reichhaltiger Tag im «Sibirien der Schweiz» werden.
Leitung: Adrian Möhl
Treffpunkt: 10. Uhr, La Brévine, poste